Was kostet die Welt ?

Mai 25th, 2015 | Christian Wenzel

  • Dinner für Zwei beim Italiener 80 ,- €
  • Volltanken eines Kompaktklasse-Pkw 80 ,- €
  • Monatliche Kosten für einen Grundschullehrer 80,- €

Finde den Fehler !

Tatsächlich sind alle Angaben richtig!

Zugegeben: Die ersten zwei Punkte beziehen sich auf das Preisniveau im Bereich Köln.

Die Angaben zum Lehrerhonorar beziehen sich auf eine private, durch Spenden finanzierte Förderschule in Thamparai/Poonakari (District Killinochi auf Sri Lanka).

Der Ort Thamparai/Poonakari liegt im nördlichen Zipfel Sri Lankas und grenzt an Jaffna.

Dort werden zur Zeit 54 Kinder im Alter von 5 bis– 15 Jahren von 3 Lehrern (Stand April 2015) unterrichtet und altersgerecht gefördert. Erst hierdurch erlangen sie den nötigen Bildungsstand und somit die Möglichkeit, erfolgreich in eine, ihrem Alter entsprechende Jahrgangsstufe der staatlichen Schule eingegliedert zu werden. Ohne diese zielgerichtete Vorbereitung unserer Förderschule ist die erfolgreiche Teilnahme an dem staatlichen Bildungssystem für diese Kinder nahezu unmöglich.

Auf Sri Lanka gibt es keine Schulpflicht. Nach zähen Verhandlungen, Bitten und Druck der Bevölkerung in dem betroffenen Landstrich, entstand Ende 2014 ca. 7 km entfernt endlich eine staatliche Schule (1. – 10. Klasse).

Folgende Schwierigkeiten bestehen aber weiterhin: Durch das kriegsbedingte Fehlen von Schulen über Jahre, bestehen enorme Lücken und Defizite bei den Kindern. Die Kinder entsprechend ihrem Alter in die Schulklassen einzugliedern, bringt nicht den gewünschten Erfolg. Von staatlicher Seite wird diese Problematik nicht bearbeitet.

Die Region verfügt nach vollständiger Zerstörung durch den Bürgerkrieg kaum über Infrastruktur .
Sie ist eher ärmlich.

Man wartet dort aktuell darauf, an ein öffentliches Stromnetz angeschlossen zu werden –  möglicherweise ist es im Herbst 2015 soweit. Wasserleitungen sind in Thamparai nicht vorhanden. Die Brunnen im Ort fördern Salzwasser. 6 Kilometer entfernt befindet sich ein Süßwasserbrunnen.

Der Alltag wird dort in der Regel durch familiäre kleinbäuerliche Selbstversorgung bestimmt.

Das monatliche Einkommen einer fünfköpfigen Kleinbauernfamilie beläuft sich z.B. auf  ca. 7000 Rupien ( = ca. 50 €). Bildung ist dort für die Kinder kein bestimmendes Thema.
Sie müssen in der Regel zu Hause helfen, um das Überleben zu sichern. Teilweise besteht auch bedingt durch die räumliche Entfernung und mangels Transportmittel kein Zugang zu Schulen.